Das Wichtigste in Kürze
- Beginnen Sie in der Hausarztpraxis. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kann Ihre Gesundheit prüfen, nach Ursachen suchen und Sie überweisen.
- Ein kurzes Gespräch kann viel bewirken. In einer Studie mit 137 Hausärztinnen und Hausärzten führte ein 30-sekündiges Angebot eines Gewichtsprogramms nach einem Jahr zu mehr Gewichtsverlust als ein Rat allein.
- Die meisten begrüßen das Gespräch. In dieser Studie fanden 81 % der Patientinnen und Patienten das kurze ärztliche Gespräch angemessen und hilfreich.
- Längere Begleitung hilft meist mehr. In einer anderen Studie führte ein 52-wöchiges Programm zu mehr Gewichtsverlust als ein 12-wöchiges Programm oder Selbsthilfe.
- Bitten Sie bei Bedarf um spezialisierte Hilfe. Bei Kontrollverlust beim Essen, gedrückter Stimmung oder schwerer Adipositas fragen Sie nach einer Überweisung.
- Unsere Hilfe ist kostenlos. Ernährungspläne, Trainingsvideos und ein kostenloses Videogespräch (auf Englisch), ergänzend zur ärztlichen Versorgung.
Wo bekommen Sie Hilfe bei Adipositas?
Wohin Sie gehen, hängt davon ab, was Sie brauchen. Nutzen Sie die Tabelle, um den richtigen ersten Schritt zu finden, und folgen Sie dem Link für mehr Details.
| Was Sie brauchen | Wohin Sie gehen | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Eine Untersuchung Ihres Gewichts und Ihrer allgemeinen Gesundheit | Ihre Hausarztpraxis | Checkliste für den Arzttermin |
| Ein strukturiertes Programm für Ernährung und Bewegung | Eine Überweisung aus der Praxis oder ein Programm vor Ort oder online | Abnehmprogramme |
| Hilfe bei emotionalem Essen, Essanfällen oder gedrückter Stimmung | Eine Psychotherapiepraxis oder eine Anlaufstelle für Essstörungen, über Ihre Hausarztpraxis | Psychologische Unterstützung |
| Fragen zu Medikamenten und Gewichtszunahme | Ihre Arztpraxis oder Apotheke | Medikamente und Gewicht |
| Spezialisierte Versorgung, auch Medikamente oder eine Operation | Ein Adipositaszentrum oder Klinikteam, nach Überweisung | Behandlungsmöglichkeiten |
| Versorgung und Unterstützung in Ihrem Land | Das Gesundheitssystem und Patientenorganisationen Ihres Landes | Adipositas nach Ländern |
| Hilfe für Partnerin, Partner, Kind oder Elternteil | Ihre eigene Hausarztpraxis und Unterstützung für die Familie | Angehörige unterstützen |
| Kostenlose Ernährungspläne, Videos und ein Videogespräch | Obesity Foundation (auf Englisch) | Kostenlos anmelden |
Wie fangen Sie an, Schritt für Schritt?
Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis
In den meisten Ländern ist die Hausärztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung, dass Sie über Ihr Gewicht und Ihre Gesundheit sprechen möchten, damit genug Zeit eingeplant wird.
Bereiten Sie das Gespräch vor
Notieren Sie Ihre Beschwerden, Ihre Medikamente, was Sie schon versucht haben und was Ihnen am wichtigsten ist. Unsere Checkliste für den Arzttermin enthält hilfreiche Fragen.
Fragen Sie nach allen Möglichkeiten
Fragen Sie, welche Behandlungen zu Ihrer Situation passen, etwa ein Lebensstilprogramm, psychologische Unterstützung oder eine Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum.
Erstellen Sie gemeinsam einen Plan
Vereinbaren Sie Ziele, die Ihnen wichtig sind, wie oft Sie sich sehen und an wen Sie sich zwischendurch wenden können.
Warum ist die Hausarztpraxis ein guter erster Schritt?
Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kennt Ihre Krankengeschichte und kann Untersuchungen und Überweisungen veranlassen. Ein verbreitetes Modell für Ärztinnen und Ärzte, die 5 A, hat fünf Schritte: um Erlaubnis fragen, einschätzen, beraten, Ziele vereinbaren und bei den nächsten Schritten unterstützen.
Schon ein kurzes Gespräch hilft. In einer britischen Studie mit 137 Hausärztinnen und Hausärzten nahmen Patientinnen und Patienten, denen eine Überweisung zu einer Gewichtsgruppe angeboten wurde, in einem Jahr im Schnitt 2,4 kg ab, gegenüber 1,0 kg mit einem Rat allein.
Viele erste Fragen beantworten bereits unsere FAQ.
Helfen Programme zum Gewichtsmanagement?
Gruppenprogramme mit regelmäßigen Treffen helfen vielen Menschen. In einer Studie mit fast 1.300 Erwachsenen nahmen diejenigen, die für 52 Wochen überwiesen wurden, nach 1 Jahr etwa 6,8 kg ab, gegenüber 4,8 kg bei 12 Wochen und 3,3 kg mit kurzer Beratung.
Online-Programme können kurzfristig helfen, doch eine Übersichtsarbeit fand langfristig keinen klaren Unterschied zur Begleitung vor Ort. Entscheidend ist, dranzubleiben. Vergleichen Sie die Angebote unter Abnehmprogramme.
Was, wenn Sie sich früher verurteilt gefühlt haben?
Die Forschung zeigt, dass Menschen, die sich verurteilt fühlen, Arzttermine oft aufschieben. Sie haben ein Recht auf respektvolle Versorgung: Sie dürfen jemanden mitbringen, Fragen stellen und bei Bedarf eine andere Praxis suchen.
Wie gute Versorgung aussieht, lesen Sie unter Gewichtsstigmatisierung im Gesundheitswesen.
Wenn Vorurteile wegen Ihres Gewichts Sie im Job treffen, erklärt unsere Seite Gewicht und Arbeit Ihre Rechte und Möglichkeiten.
Wo bekommen Sie dringend Hilfe?
Bei dringenden körperlichen Beschwerden rufen Sie den Notruf in Ihrem Land an. Wenn es Ihnen seelisch oder mit dem Essen schlecht geht, wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis oder ein Hilfetelefon vor Ort.
Wie kann Obesity Foundation Ihnen helfen?
Wir sind keine Ärztinnen und Ärzte und können keine persönliche medizinische Beratung geben. Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Ihre Ernährung ändern oder mit Sport beginnen.
Ergänzend zur ärztlichen Versorgung bieten wir kostenlose Ernährungspläne, Trainingsvideos in drei Stufen und ein kostenloses Videogespräch (auf Englisch). Melden Sie sich kostenlos an oder werden Sie Mitglied im Obesity Foundation Club.
Ein medizinischer Begriff ist unklar? Schauen Sie ins Glossar.
Kontakt
Wir können keine individuelle medizinische Beratung geben, helfen Ihnen aber, Informationen und Unterstützung in Ihrem Land zu finden.
Vielen Dank. Ihre Nachricht wurde gesendet. Wir antworten Ihnen per E-Mail.
Ihre Nachricht konnte nicht gesendet werden. Bitte prüfen Sie, ob alle Felder ausgefüllt sind, und versuchen Sie es erneut.
Häufige Fragen
Wo fange ich an, wenn ich Hilfe bei Adipositas möchte?
In den meisten Ländern ist die Hausarztpraxis der erste Schritt. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kann Ihre Gesundheit beurteilen, andere Ursachen ausschließen und Sie an ein Lebensstilprogramm, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten, eine Ernährungsfachkraft oder ein spezialisiertes Adipositaszentrum überweisen.
Was sollte ich zum Termin mitbringen?
Eine Liste Ihrer Beschwerden und Fragen, Ihre Medikamente, was Sie bisher ausprobiert haben, und Ihre eigenen Ziele. Sie können auch eine Vertrauensperson mitbringen.
Kann Obesity Foundation mich an eine Ärztin oder einen Arzt überweisen?
Wir stellen keine medizinischen Überweisungen aus, helfen Ihnen aber dabei, Informationen über Versorgungsangebote und Patientenorganisationen in Ihrem Land zu finden.
Brauche ich eine Überweisung zu einer Adipositas-Spezialistin oder einem Spezialisten?
In vielen Ländern ja: Spezialisierte Adipositaszentren nehmen Patientinnen und Patienten meist über die Hausarztpraxis auf. Regeln und Kosten unterscheiden sich je nach Land und Krankenversicherung; fragen Sie daher in Ihrer Praxis oder bei Ihrer Krankenkasse nach, wie es bei Ihnen läuft.
Was, wenn ich keine Hausärztin und keinen Hausarzt habe?
Suchen Sie eine offene Sprechstunde, ein Gesundheitszentrum oder ein Angebot unter Leitung von Pflegefachkräften, und fragen Sie, wie Sie sich in einer Hausarztpraxis anmelden. Auch Apotheken beantworten Fragen zu Medikamenten. Unsere Länderseiten zeigen für viele Länder, wo Sie anfangen.
Quellen
- AHRQ (US-Agentur für Forschung und Qualität im Gesundheitswesen) – Fragen sind die Antwort: Arzttermine gut vorbereiten (auf Englisch)
- Aveyard P et al. – Screening and brief intervention for obesity in primary care: a parallel, two-arm, randomised trial, The Lancet (2016)
- Ahern AL et al. – Extended and standard duration weight-loss programme referrals for adults in primary care (WRAP): a randomised controlled trial, The Lancet (2017)
- Vallis M et al. – Modified 5 As: minimal intervention for obesity counseling in primary care, Canadian Family Physician (2013)
- Puhl RM et al. – The roles of experienced and internalized weight stigma in healthcare experiences across six countries, PLOS ONE (2021)
- Beleigoli AM et al. – Web-based digital health interventions for weight loss and lifestyle habit changes: systematic review and meta-analysis, J Med Internet Res (2019)
